WIE VIEL SUPERHELD STECKT IN EUCH?

Superheld, Erziehung, Privatleben, Selbstwert, Selbstbewusstsein, Chef, Unternehmen, Jörg Kopp

WIE VIEL SUPERHELD STECKT IN EUCH?

Man ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für super hält.

Keine Ahnung, von wem diese Lebensweisheit stammt, aber ich feiere den Schöpfer schon jetzt als Genie! Denn ein bisschen Superheld steckt in jedem von euch. Manche haben nur nie gelernt, ihn zu sehen.

Superhelden-Exorzismus

Und wie auch? Bereits in jüngster Kindheit wird den Menschen doch heutzutage ihr innerer Superheld ausgetrieben. Wenn ein dreijähriges Kind im Spielwahn durch die Wohnung rast und dabei versehentlich eine Vase zerdeppert – was passiert? Ein erzürnter Elternteil springt herbei und schimpft. Und das Kind lernt daraus seine Lektionen:

  1. Ich kann offensichtlich nicht aufpassen.
  2. Immer mache ich alles kaputt.
  3. Ich bin ein Vollhonk, der nichts kann.

Bämm. Weisheit fürs Leben gelernt. Superheldenstatus: nahe null.

Und so zieht sich das Bild dann in eurem Leben durch, auch wenn ihr längst keine ungeschickten Kinder mehr seid, die die Wohnung ruinieren. Aber dann seid ihr eben Mitarbeiter, Kollegen, Chefs oder selbst Eltern. Und immer wenn anderen Fehler passieren, zuckt kurz der halbtote Superheld in euch. Ihr wollt sagen: „Alles okay bei dir? Hast du dir wehgetan? Es ist alles gut, Fehler sind da, um gemacht zu werden und daraus zu lernen.“

Bis die antrainierte Gewohnheit die Oberhand gewinnt und ihr – na klar – schimpft.

Problemkind Kevin oder Superheld?

Das Ergebnis ist eine Welt der Anti-Superhelden. Anstatt andere aufzubauen und ihnen den Superheld aufzuzeigen, den sie in sich tragen, machen wir sie klein. Wir produzieren verunsicherte und wütende Menschen überall dort, wo wir an Wertschätzung und Nachsicht sparen. Komisch eigentlich, denn hätten wir die Wahl, ob wir beispielsweise mit Problemkind Kevin oder einem selbstbewussten und selbstwirksamen Typen zusammenarbeiten wollen – da würde doch jeder schreien: „Ich nehme den Superhelden, bitte!“

Warum also achten wir nicht stärker darauf, diesen Superhelden in uns und in anderen zu kultivieren?

Ich behaupte, das ist auch gar nicht so schwer. Denn ihr könnt euch zur Motivation ja super Aussichten vor Augen halten: Ein Superheld bekommt, was er will!

Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Ich glaube ja bis heute, dass Jungs und Männer sich nicht trauen, die wirklich hübschen Mädels anzusprechen. Die überm Mittelmaß. Also habe ich immer an den Superhelden in mir appelliert, den Hintern zusammengekniffen und genau diese angesprochen. Mit dem schönen Ergebnis: Wow, wenn ich mich nur traue, dann klappt’s auch! Oder wie der Superheld in mir sagen würde: Es liegt in meiner Kraft, die Welt zu retten und am Ende die hübsche Frau abzubekommen!

Mittenrein ins echte Leben

Das klingt überheblich, aber so ist es nun mal: Wir Menschen fühlen uns dann am coolsten, schlausten und besten, wenn wir etwas können. Dann erwacht der Superheld in uns. Und damit er das tut, müssen wir eben auch ein bisschen an ihm rütteln. Uns also nicht nur hinter Tinder verstecken, sondern im echten Leben mit echten Menschen sprechen. Nicht nur den Fußballprofis beim Toreschießen zusehen, sondern selbst wieder auf den Platz gehen. Dinge im „real life“ ausprobieren, anstatt sie nur mit den Fingern auf der Glasscheibe des Smartphones zu ertasten.

Es gehört schon dazu, ein bisschen Superhelden-Verhalten an den Tag zu legen, damit man selbst für möglich hält, was man alles kann. Das macht stolz, selbstwirksam und Leute mit geradem Rücken.

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