SO HABEN WIR DEN TOD DURCH DEN KLIMAWANDEL VERDIENT!

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SO HABEN WIR DEN TOD DURCH DEN KLIMAWANDEL VERDIENT!

Egal, welches Magazin, welche Talkshow, welche Diskussion – alles dreht sich immer wieder darum: den Klimawandel.

Und jeder regt sich so richtig schön auf. Egal, ob Donald Trump sich von den Pariser Klimazielen verabschiedet oder die AfD sich einen Dreck um das Klima schert – es wird sich empört und geärgert und zwar knappe dreihundertmal. Blöd nur, dass sich durchs Ärgern die Probleme nicht lösen.
Und noch blöder … genau deshalb haben wir den Tod auch verdient.

Weiterfressen statt nachdenken?

Folglich finde ich auch Aussagen wie „Oh Gott, Trump glaubt nicht an den Klimawandel.“ absolut scheinheilig. Denn wie viele von euch fragen sich eigentlich, was ihr selbst zur Lösung beitragen könnt?

Jeder weiß, dass Menschen beispielsweise weniger Tiere fressen sollen, schließlich kommt der Großteil der Treibhausgase von pupsenden Kühen aus der Massentierhaltung. Doch wie viele essen denn tatsächlich weniger Fleisch? Gerade die ältere Generation darf sich gerne fragen, was sie da eigentlich tut, wenn sie sich weiter in regelmäßigen Abständen Schnitzel, Steak und Co. reinstopfen. Schließlich leben die besonders nach dem Motto: „Erst nehmen wir den Jungen die Renten weg, dann versauen wir noch deren Umwelt und dann sterben wir einfach weg – juhu.“

Und da tun mir ja wirklich die Vegetarier und Veganer leid, die gegen ein Volk in Fleischeslust ankämpft. Ein Volk, das seit Jahrzehnten die Grillsaison ausruft, sobald der letzte Schnee weggeschmolzen ist. Natürlich darf die Diskussion darüber keinesfalls moralisch oder von oben herab passieren. Niemand wird Vegetarier, weil er fürs Fleischfressen beschimpft wird.

Alles eine Frage der Perspektive …

Zumal die Rettung des Klimas auch keine ausnahmslose Aufgabe der Pflanzennager sein kann. Das Klima zu retten, ist Aufgabe des Staates. Das muss im Kollektiv passieren. Als Einzelner kann ich dann auch Vorbild sein, laut darüber sprechen und das Thema in eine andere Richtung bringen. Dann kann ich sagen: „Okay, heute mal vegetarisch.“

Oder ihr macht das so wie ich. Ich bin nämlich ein großer Fan von Carsharing und fahre mit der Bahn zu den Hotspots. Auch, weil ich die Zeit extrem genieße, die ich im Zug sitze: lesen, arbeiten und dann „fertig“ mit allem nach Hause kommen, anstatt nach fünf Stunden Autofahrt. Ich mache das also nicht nur aus einer Gutmensch-Attitüde heraus, je nach Perspektive habe eben auch ich meinen Vorteil davon.

Klimawandel? So nicht!

Veränderung beginnt eben erst, wenn ihr anders über einen Sachverhalt sprecht und denkt. Und anderes Denken führt zu anderem Handeln. Wenn ich mein Handeln zwanghaft anpasse, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben, falle ich unglaublich schnell in alte Muster zurück. Deshalb müssen Informationen zum Klimawandel zugänglich gemacht werden – und zwar nicht nur in einer Doku über Schweinehaltungen kurz vor Mitternacht auf einem halb geheimen Bezahlkanal. So etwa gehört in die Schule und viel früher in den Unterricht – statt diesem lausigen Fach Religion. Das Wissen muss ins kollektive Bewusstsein und nicht ein Mal im Jahrzehnt in eine gute Sendung gebracht werden.

Nur, wenn der Staat endlich die notwendigen Informationen zum Klimawandel zur Verfügung stellt, wird sich auch etwas ändern.

Nur aufregen allein, hat eben noch nie geholfen – und dann haben wir den Tod durch den Klimawandel eben auch echt verdient.

1Kommentar
  • Silke Oestert
    Geschrieben um 11:00h, 13 Dezember Antworten

    Danke Jörg – Du sprichst mir aus der Seele.

    „Gesunder Menschenverstand ist kein Geschenk, es ist eine Strafe. Denn man muss mit all denen klar kommen, die keinen besitzen.“

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