STOPPT DEN MORALISCHEN WAHNSINN!

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STOPPT DEN MORALISCHEN WAHNSINN!

Ach, wie herrlich: Morgen ist wieder Heiligabend.

Na ja, bei vielen von euch wird der Abend nicht ganz so herrlich. Ihr kennt  vielleicht auch solche Weihnachten, die nach Schema F ablaufen: Auf den Tag genau vor einem Jahr habt ihr eure „lieben“ Verwandten das letzte Mal gesehen. Also ist es für diese allerhöchste Zeit, euer Leben und das aller anderen Mitmenschen mal so richtig schön zu begutachten – und natürlich auch zu beurteilen. So könnte sich das anhören:

„Mensch, Jörg, wie kannst du dich denn immer nur so benehmen? In der Öffentlichkeit über Polygamie zu schreiben … eine Schande. Keine Ahnung, von wem in der Familie du diese Seite hast. Untragbar so etwas.“

Schluss, aus, Ende! Wer zum Teufel entscheidet denn, was moralisch korrekt und was verwerflich ist?

Was der Bauer nicht kennt …

Denn der Status quo sieht doch wie folgt aus: Ein Großteil unserer Gesellschaft folgt einem moralischen Allgemeinglauben und stellt sich verteidigend dahinter. Hinterfragen? Fehlanzeige.

Warum auch? Wenn alle Menschen in eurem Umfeld so denken, dann müsst ihr das doch auch tun … So macht man das eben. Und wenn der böse Jörg kommt und lauter unpassende Dinge sagt, dann geht sie los, die Missionierung des gefallenen Engels.

Doch wisst ihr was? Ich finde, jeder Mensch hat ein Recht darauf, so zu leben, wie er es für richtig empfindet. Moral hin oder her. Denn ich entscheide ganz allein, was ich als richtig oder falsch, als angebracht oder eben auch als nicht angebracht empfinde. Und das dürft ihr auch!

Pervers, perverser, unsere Gesellschaft

Euer nervöser Pulsschlag darf sich auch gleich wieder beruhigen. Mord und Totschlag gibt es deshalb mit Sicherheit noch lange nicht. Auch gesellschaftliche Entartungen sehe ich nicht auf der Tagesordnung, solltet ihr die Keule der Moral aus eurer Argumentationskette streichen. Denn Menschen haben meiner Meinung nach ein Gespür dafür, was okay ist und was zu weit geht. Es sind vielmehr die moralisch kleinkarierten Spießbürger und der moralversessene Mainstream, die für eine kranke Gesellschaft sorgen.

Nehmen wir zur Feier des morgigen Weihnachtstages doch einfach mal das Thema Kirche als Beispiel: Da werden Priester gegenüber Kindern übergriffig, weil die Moral der Kirche ihnen verbietet, eine Partnerschaft einzugehen. Da müssen sich wundervolle Paare heimlich lieben, weil beide männlich oder beide weiblich oder beide Zwitter sind. Wenn das nicht viel perverser ist als alles, was unter „Moral“ und „Anstand“ läuft, dann weiß ich auch nicht.

Mein Wunsch nach Einsatz

Deshalb wünsche ich mir zu Weihnachten vor allem eines: Eine vernünftige Gesellschaft, in der ihr nicht blind versucht, der Moral-Vorstellung eurer Mitbürger zu entsprechen. Was ihr mit euch selbst, mit eurer eigenen Moral vereinbaren könnt, ist ohnehin eine ganz andere Frage – und gerade deshalb die viel wertvollere.

Denn eine falsche und aufgedrückte Moral produziert über kurz oder lang nichts anderes als einen ganzen Haufen unglücklicher Menschen. Wenn ihr also morgen keinen Bock auf Kirche, Familienfeier und Geschenkechaos und das ganze Gedöns habt, dann lasst es. Wenn ihr Lust auf eine Aufbackpizza zum Festdinner habt, guten Appetit. Und wenn ihr ganz nach moralisch gängigen Vorstellungen Weihnachten feiern möchtet, ist das auch super.

Ich mache eh das ganze Jahr das, was für mich persönlich moralisch vertretbar ist.

In diesem Sinne: Happy Birthday, Jesus!

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