MOTIVATION VERMITTELN FÜR DUMMIES

Jörg Kopp, Führung, Motivation, Chef, Unternehmen,

MOTIVATION VERMITTELN FÜR DUMMIES

Gemütlich schlendert die Führungskraft am Morgen den Bürogang entlang. Allerhöchste Zeit den Mitarbeitern ein bisschen Motivation zu vermitteln. Schließlich sollen die emsigen Bienchen heute so viel wie möglich wegarbeiten. Also gibt es hier ein Highfive, dort einen anerkennenden Handschlag und hin und wieder sogar einen Schenkelklopfer.

Nach getaner Motivationsarbeit im eigenen Büro angekommen, lehnt sich besagte Führungskraft zufrieden zurück: „Den schwierigen Teil mit der Motivation habe ich mit Bravour bestanden, würde ich mal sagen. Die werden dank mir heute richtig motiviert bei der Arbeit.“

Mein Beileid, kann ich hingegen da nur sagen! Doch nicht für die grottenschlechte Motivationsnummer, sondern dafür, dass zu viele Unternehmen solche unfähigen Führungskräfte in ihren Chefetagen sitzen haben.

Führungskraft? Wohl eher führungslos.

Traurig aber wahr: Ein Großteil der Mitarbeiter in Unternehmen habt innerlich schon gekündigt und empfindet kein Commitment. Und warum? Weil sie vollkommen unmotiviert tagein, tagaus zur Arbeit gehen und es dort auch keine patente Führung gibt, die den Menschen ein bisschen motivierendes Feuer unterm Hintern macht.

Bevor sich jetzt hier gleich wieder jemand echauffieren will, dass das nicht immer nur die Aufgabe der Führungskraft ein kann – selbstredend. Und dass viele der Generation Y tatsächlich antriebslos sind und keinen Bock auf nichts haben – geschenkt. Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass in vielen Fällen die gemütliche Führungskraft im Chefsessel ihr Übriges zur miserablen Vermittlung von Motivation beiträgt.

Wirklich schade, denn solch eine Führungskraft wird niemals eine außergewöhnliche Führungskraft werden. Das ist sie nur, wenn sie auch motivieren und inspirieren kann. Beispiel gefällig für solch eine außergewöhnliche Führungskraft? Hmm, lasst mich kurz überlegen. Nehmen wir mich zum Beispiel. 😉

Lernt vom Besten

In meiner langjährigen Erfahrung mit Unternehmensgründungen habe ich immer wieder festgestellt, dass ich es mit meiner Art schaffe, die Mitarbeiter dahingehend zu motivieren, dass sie gerne für mich und mit mir arbeiten. Als Mitgründer des Unternehmens ananda beispielsweise habe ich stets eine klare Vorstellung davon, wo die Reise hinführen soll. Und genau damit gewinne und motiviere ich die Leute. Austragen dürfen meine Vorstellungen dann allerdings die Experten, die das besser können als ich. Alles kann eine außergewöhnliche Führungskraft schließlich auch nicht machen.

Außerdem ist für mich die richtige Kommunikation absolut elementar, wenn es um die Vermittlung von Motivation geht. Ich zeige meinen Mitarbeitern immer, dass die Zeit mit Ihnen auch für mich sehr wertvoll ist und dass ich gerne mit ihnen zusammenarbeite.

Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass für viele meiner Mitarbeiter auch Stretch Goals motivierend. Ziele, die ein bisschen über dem liegen, was zunächst als realistisch erscheint. Das ist wie beim Joggen: Wenn ihr beispielsweise mit jemandem laufen geht, der einen Tupfen schneller ist als ihr, dann lasst ihr euch ganz automatisch „ziehen“ und ihr versucht, nochmal ein bisschen schneller als normal zu laufen. Diese Selbstwirksamkeit kennenzulernen, motiviert unglaublich.

People don’t buy what you do, they buy why you’re doing it

Diese ganzen Gesichtspunkte für mehr Motivation umzusetzen, hört sich in meinen Ohren nicht sehr schwer an. Deshalb frage ich mich, warum so wenige Führungskräfte das so handhaben. Und die Antwort habe ich auch schnell gefunden: Ja, diese Verantwortungsträger sind vielleicht fachlich herausragend. Sie sind wahrscheinlich auch noch recht emphatisch und können gut mit Menschen umgehen. Doch das reicht einfach nicht, um Mitarbeiter zu mehr Motivation zu bringen. Denn Führung ist in unserer schnelllebigen Zeit zu einem Job geworden, den ihr immer wieder neu lernen müsst. Wer in Routine verfällt, verliert!

Das ist auch bei der Motivation der Fall. In Routine gefangene Mitarbeiter und Führungskräfte tragen immerzu eine Fresse durch die Gegend und haben schlechte Laune. So was von unsexy! Deshalb ist es für mich von absoluter Wichtigkeit – für mich und meine Mitarbeiter – immer das Warum ins Zentrum zu rücken. Warum reißen wir uns den Arsch auf? Denn wenn jeder weiß, warum er die Dinge tut, die er tut, hat Routine keine Chance die Motivation zu fressen.

Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen, dass ich mit diesem Fokus schon unzählige Male erfolgreich war und Mitarbeiter motivieren konnte. Mal so nebenbei: Der Nebeneffekt, dass alle Beteiligten am Ende viel mehr Spaß am Daily Business haben und wirklich gerne zusammenarbeiten, ist doch auch nicht so schlecht. Und das hört sich für einen Mitarbeiter doch wahrlich besser an, als lediglich feuchte Highfives auf dem Gang von Führungskräften zu bekommen, oder?

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