KEIN LÄCHELN, KEINE RESSOURCEN

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KEIN LÄCHELN, KEINE RESSOURCEN

Lächeln fällt mal leichter, aber eben manchmal auch schwerer. Und zwar in Zeiten, in denen es nicht so grandios läuft. Das kenne ich aus eigener Erfahrung: Ich war eine Zeit lang mal ziemlich unglücklich. Punkt. Das kann ich nicht schönreden – will ich aber auch gar nicht.

Denn ich habe daraus eine elementare Sache in meinem Leben gelernt: Wer lächeln kann, hat noch Ressourcen.

Ohne missionarischen Auftrag

Und zwar für mich eine der wichtigsten Ressourcen des Lebens.

Wenn ich beispielsweise heute in eine hitzige Diskussion gerate und mein Gegenüber eine kontroverse Meinung vertritt, lächle ich einfach. Ich brauche nicht mehr rumzukrakelen oder zu proleten und womöglich noch einen missionarischen Auftrag daraus machen. Ich bleibe freundlich und kann interessiert zuhören, auch wenn ich die geäußerten Ansichten weder in dieser noch der nächsten Welt jemals teilen werde. Und wenn ich mich doch mal beim Quengeln erwische, wenn etwas nicht so läuft wie gewünscht, dann lache ich über mich selbst, weil ich mich nicht mehr so ernst nehme.

Lächel-Guru – sicher nicht!

Ihr braucht jetzt allerdings nicht glauben, dass ich der Lächel-Guru schlechthin bin. Einer, der der Meinung ist, dass durch das Hochziehen der Mundwinkel alles gelöst sei – ganz sicher nicht.

Aber die Zeit und das Leben sind vergänglich. Wir kommen aus dem Nichts und gehen ins Nichts. Und letztendlich wird irgendwann alles bedeutungslos sein. Der Tod ist nunmal unser aller vorbestimmtes Ende. Umso wichtiger ist es doch dann, JETZT die Zeit zu nutzen. Nicht Trübsal zu blasen, sondern happy mit einem Lächeln durch die Welt zu gehen und bestenfalls auch noch täglich einen Mitmenschen zum Lächeln zu bringen. Ich weiß, wie abgedroschen „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter“ klingt, aber ist da nicht auch ein Funken Wahrheit drin?

Deshalb warte ich nie auf den nächsten Morgen, um einem Menschen ein Lächeln zu schenken.

Dank Lächeln keine Angst vor dem Tod

Jedes Lächeln, das ich bei mir oder anderen hervorzaubere, hat auch etwas Versöhnliches: Wenn ich den Tag mit einem Lächeln auf den Lippen lebe, kann ich ganz entspannt Richtung Tod gehen. Schließlich habe ich dann wirklich gelebt und anderen Menschen Glück gebracht.

Erst neulich habe ich das wieder erleben dürfen: Mir kam eine hutzelige und verbissen wirkende, alte Frau auf der Straße entgegen. Ich konnte nicht anders, als sie anzulächeln. Und das Ergebnis hat mich in meinen Ansichten bestärkt. Sie lächelte zurück und die Verbissenheit war augenblicklich verschwunden.

Ein simples Lächeln ist eben doch der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen.

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