„Ich bin zu alt und zu zufrieden, um mir eine Affäre mit der Chefsekretärin zu gönnen.“

Nicht zu alt ist er allerdings dafür, sein Publikum in seinen Vorträgen zu irritieren, zu provozieren und immer neue Wege zu gehen. Und wenn sich Menschen schnell auf eine Meinung oder Lösung einigen, ist er derjenige, der alles nochmals hinterfragt. Er schafft sich seine Freiheit, aus der wunderbare Konstruktivität und Produktivität entsteht. Der Weltenbummler ist ständig unterwegs und sieht keine Trauer im Abschied. Und nicht zuletzt ist er jung (oder alt?) genug, um sich über Albernheiten wie die von Monty Python zu amüsieren.

„Ich hatte noch nie so viel Geld und war noch nie so unglücklich.“

Als ihm das bewusst war, gründete er Ananda. Denn: Einerseits entdeckt er mit Leidenschaft Stärken und Kompetenzen, andererseits möchte er diese dann auch entwickeln – denn in den Stärken liegt großes Potenzial. Nur suchte der Personalentwickler nicht zwingend nach den passenden Leuten für eine Stelle, sondern war überzeugt: Leute müssen nicht so sein, wie sie ein Unternehmen brauchen kann, sondern das Umfeld muss so sein, dass sich die entsprechenden Leute wohlfühlen. Und auch wenn er mit diesem Business wahnsinnig erfolgreich ist, wird es ihm damit schon wieder langweilig. Also weiter.

„Ich glaube nicht an Regeln. Und ich liebe die Manipulation.“

Jörg Kopp gibt seine Überzeugungen gerne weiter – und versprüht dabei eine subtile Machtatmosphäre, die es seinem Gegenüber beinahe unmöglich macht, sich ihm und seinen Gedanken zu verwehren. Das erlaubt es ihm, etwas zu schaffen und zu erreichen, ohne hart daran arbeiten zu müssen. Das trifft sich gut, denn er kommt gerne mit einem Lachen ans Ziel. Dafür gibt es für den Redner nur eine Regel: Behandle dein Gegenüber, wie du selbst behandelt werden willst – und zwar als Erster. Ansonsten ist er ein kleiner Anarchist. Regeln schränken schließlich seine Freiheit ein.

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Anders gedacht: Standardmeinungen sind mir zuwider. Konsens ist langweilig. Für alle Querdenker und Medienüberdrüssigen gibt es die etwas anderen Denkanstöße frei Haus – immer dann, wenn mir danach ist. Tragen Sie sich hier dafür ein.

„Freiheit zugunsten von Sicherheit abgeben, kommt für mich nicht in Frage.“

Das zu tun, was er will, das ist Jörg Kopps Freiheit. Es muss nicht immer schneller, größer, höher, weiter gehen – solange er zufrieden ist. Und das ist er – auch ohne fettes Auto, sondern mit seinem Bully und Renault Kangoo, in dem er seinen Hund spazieren fahren kann. Das ist wichtig, denn er lebt nach dem Prinzip: frei, doch nicht allein. Darum pendelt er auch zwischen seiner Wahlheimat Köln und dem gemeinsamen Heim mit Frau und „Beutekind“ in Bochum. Seinen Drang nach Freiheit lebt er auch auf dem Wasser aus – beim Segeln oder Kiten. Das einzige Problem dabei: Oscar, der Hund, ist dann immer der Meinung, er müsse ihn retten. Das funktioniert für beide nicht besonders gut.

„Ich habe keinen CV und auch noch nie einen gebraucht.“

Und dennoch hat Jörg Kopp einen beeindruckenden Lebenslauf. In seiner Jugend meinte er noch, er würde nach Puna gehen und sich einer Sekte anschließen, wenn das mit der Schule nicht klappe. Es kam allerdings etwas anders: Bereits mit 25 Jahren hatte er seinen ersten Betrieb mit 100 Leuten aufgebaut – und gründet seitdem fleißig weiter. Er war im Vertrieb tätig, hatte eine Coachingagentur und baute eine Kooperation mit Steuerberatern und Wirtschaftskunden auf. Bis er dabei feststellte: Personal ist sein Ding.

„Wenn dich gemeinsames Kacken zufrieden macht, dann nur zu.“

Jörg Kopp hält nicht lange still – weder beruflich noch privat. Er braucht immer wieder Neues: neue Beziehungen, neue Herausforderungen, neue Jobs, neuen Input. Denn nichts findet er so langweilig wie den Erfolg von gestern. So hat es ihn auch für mehrere Monate nach Italien und ein Jahr nach Indien verschlagen. Dort hat er Indern beim gemeinsamen Kacken zugeschaut und dabei festgestellt: Die Gesellschaft braucht mehr Leute, die das tun, woran sie Freude haben – und nicht das, was von ihnen erwartet wird. Und ja, zwischen gemeinsamem Kacken und dieser Erkenntnis gibt es einen gedanklichen Zusammenhang: Wäre er in Deutschland geblieben, wäre er nicht darauf gekommen. Und auch sonst auf nichts Neues.

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