Ich suche keine Freunde, sondern gute Mitarbeiter

Mitarbeiter, Jörg Kopp, Freunde, Bewerbung, Recruiting

Ich suche keine Freunde, sondern gute Mitarbeiter

Manchmal muss ich echt schmunzeln, wenn ich eine Gruppe von Freunden in der Stadt sehe. Wie kleine Klone laufen sie da nebeneinander her: die gleiche Frisur, ähnliche Klamotten, übereinstimmender Musikgeschmack, identischer Wortschatz. 

Dass wir uns häufig die Menschen als Freunde aussuchen, die uns sehr ähnlich sind, ist ganz natürlich: Schließlich finden wir die Leute sympathisch, die so sind wie wir – ein total menschliches Verhalten. Privat. Zuhause. Unter Freunden. Aber der Wahl der Mitarbeiter?

Friede, Freude, Feierabendbier

Kaum hat ein Bewerber den Raum verlassen, steckt die Jury aus HRlern und potenziellen Vorgesetzten die Köpfe zusammen. Ich warte nur darauf – und werde meistens nicht enttäuscht –, dass dann einer aus der Runde sagt: „Also ich fand ihn sympathisch“! 

Da dreht sich bei mir echt der Magen um. Sympathie ist doch keine aussagekräftige Kategorie für einen potenziellen Mitarbeiter! 

Ganz ehrlich: Es freut mich ungemein, wenn ihr euch total gut mit euren Kollegen versteht. Super Sache, wenn ihr hin und wieder zusammen ein Feierabendbier trinken geht. Aber ob ihr mit einer Person gut lachen könnt, ist im Job nicht entscheidend. 

Viel wichtiger ist doch, dass ihr euch ergänzt und als Team gut funktioniert. Für Bewerber heißt das: Sie sollten gerade nicht so sein wie die anderen Kollegen. Stattdessen sollten sie Fähigkeiten mitbringen, die Lücken im Team schließen.

Neuer Mitarbeiter, neue Chancen

Natürlich ist niemandem damit geholfen, jemanden einzustellen, der auf Teufel komm raus anders ist als der Rest vom Fest. Aber die Topleute links liegen zu lassen, nur weil ihr euch keine gemeinsame Mittelmeerkreuzfahrt vorstellen könnt, ist sicher auch die falsche Option. 

Um euer Team voranzubringen, braucht ihr andere Meinungen, gegensätzliche Ansichten und neue Herangehensweisen. Danach suche ich bei einem Bewerbungsgespräch ganz gezielt. Ich frage mich also: Welche fachlichen Lücken im Team kann dieser Bewerber schließen? Welcher Charakterzug würde das Team gut ergänzen? Und weil ich mich darauf konzentrieren – und nicht auf Sympathie – passiert es, dass ich Menschen einstelle, die ich nicht besonders mag. 

Erfolg verbindet

Ganz interessant ist dabei, was ich häufig beobachte: Menschen, die sich am Anfang der Zusammenarbeit nicht besonders gut leiden konnten, wachsen zusammen. Denn der Erfolg des Teams, der auch aufgrund der Unterschiedlichkeit der Mitarbeiter wächst, verbindet. Vielleicht sogar mehr als die gleiche Lieblingsband …

Tags:
Noch keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben