Herzlich Willkommen in der Gesellschaft der Neu-Geilheit!

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Herzlich Willkommen in der Gesellschaft der Neu-Geilheit!

„Oh, etwas Neues? Das brauche ich unbedingt!“

Ja ja, diese liebe Neu-Geilheit in unserer Gesellschaft. Kaum sickert die Neuigkeit durch, dass ein neues iPhone auf den Markt kommt, schon campieren die ersten Süchtigen vor dem nächsten Apple-Store. Und nicht nur beim Materiellen sind wir getriebene Tiere – in jeder Lebenslage sind wir süchtig nach Neuem.

Auf so eine Gesellschaft habe ich überhaupt keinen Bock mehr!

Mittelmäßigkeit statt Exzellenz

Wie soll denn auch bei dieser oberflächlichen Getriebenheit überhaupt noch jemand etwas tiefgehend erlernen wollen, wenn ein Trend den anderen jagt? Die Folge: Kaum jemand ist exzellent in den Dingen, die er so tut. Denn kaum hat sich eine Person ein paar Mal mit einer Thematik beschäftigt, steht schon etwas Neues in den Startlöchern. Der Fokus auf die bisherige Thematik? Weg! Tiefgründiges Wissen? Pustekuchen!

Ganz schön blöd, denn etwas Neues könnt ihr nur begreifen und erlernen, wenn ihr euch auch längere Zeit damit beschäftigt und vor allem die Dinge wiederholt. Denn Wiederholung ist eben die Mutter des Lernens – nicht das dauernde Einschießen auf Neues.

Stoppt den Aasgeier in euch!

Doch in der heutigen Zeit werden wir dank Social Media, Smartphones, Digitalisierung und Co. so vollkommen mit neuen Informationen und Themen vollgeschissen, dass wir diesen Wust an Informationen überhaupt nicht mehr sortieren und erlernen können, sondern nur noch wie Aasgeier nach Neuem suchen.

„Wie soll denn jemand auch noch bei so vielen Informationen den Überblick haben, schließlich leben wir in einer schnelllebigen Welt?“ Ich kann diesen Einwand ja fast schon hören …

Ich bin jedoch der Meinung: Hört auf, diese Informationsflut zu beweinen und beginnt lieber damit, sie endlich zu managen. Denn nur wenn ihr den Mut aufbringt, das neueste Katzenvideo auf Facebook links liegen zu lassen, auch wenn drei Millionen Leute das schon angeklickt haben, werdet ihr endlich wieder die Freiheit haben, exzellent in einer Sache zu werden. Und das klappt eben nur, wenn ihr Zeit und Muße habt, eine Thematik so lange zu wiederholen, bis ihr das gesamte Wissen dazu aufgesaugt habt.

Handstand par excellence

Ich selbst habe mit Wiederholungen auch so meine Schwierigkeiten – ich gebe es zu, schließlich sind wir ja unter uns. Warum? Ganz einfach: Wiederholungen langweilen mich schnell. Doch wenn mich eine Sache wirklich interessiert, dann bin ich Feuer und Flamme. Dann kann ich von diesem neuen Wissen nicht genug bekommen. Wenn ich beispielsweise von heute auf morgen Leistungsturner werden wollen würde, dann übe ich eben zwei Millionen Mal meinen Handstand, bis ich ihn perfekt hinbekomme. Und so ist das eben bei allem, in dem ich gut sein will. Wenn mich etwas wirklich interessiert, ziehe ich es durch, ohne dass mich irgendwelches Neues schnell davon ablenken kann.

Natürlich erwarte ich jetzt nicht von euch, jeden Trend und Hype sofort abzutun und euch nur noch blind mit etwas zu beschäftigen. Nein, ich erwarte von euch, dass ihr klar einschätzen könnt, was für euch relevant ist – fürs Privatleben und Business. Ihr müsst wieder lernen, euch selbst die Frage zu stellen: Bringt mich eine Neuerung weiter an ein Ziel? Und wenn die Antwort auf diese Frage „Ja“ ist, dann wäre es doch traurig, voreilig den Fokus zu verlieren.

Und sind wir mal ehrlich: Exzellent in etwas zu sein, hört sich doch echt besser an, als nur ständiges Mittelmaß zu bleiben, oder?

1Kommentar
  • Bernhard Szecsödi
    Geschrieben um 11:58h, 03 April Antworten

    Stimme vollkommen zu. Nicht nur exzellent zu sein, sondern auch außergewöhnlich und anders anstatt gewöhnlich und wie alle zu sein, nicht mit den Wölfen heulen, sagen und tun, was alle tun, sondern die „eigene“ Meinung vertreten, den eigenen Weg – und den eben exzellent – zu gehen, das wär’s!

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