MEINE ENTSCHEIDUNG FÜR EIN GEILES LEBEN

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MEINE ENTSCHEIDUNG FÜR EIN GEILES LEBEN

Und schon geht der Reigen weiter: „Du nutzt Teilautos?! Pfff, das habe ich schon lange aufgegeben. Letztes Mal habe ich einen Renault bekommen, furchtbares Teil …“

So lautet in der Regel die Antwort, wenn ich zu Geschäftsterminen oder auch privat im geliehenen Wagen anrolle. Dabei ist das für mich gar kein Thema, denn ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich definiere mich nicht über einen Haufen Blech.

Am Grab der Entscheidung

Dass etliche Menschen täglich alleine in einem luxuriösen Auto mit fünf Plätzen durch die Gegend touren, das sie nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen – das ist für mich ganz einfach nur ein Zeichen dafür, dass die eigenständige Entscheidung in unserer Gesellschaft zusehends ausstirbt.

Warum fahren diese Herrschaften denn schicke Luxuswagen? Nicht weil es ihre ureigene Entscheidung war, sondern weil „man das so macht“. Weil der Nachbar dann so neidisch über den Zaun schaut. Und weil die Kollegen so anerkennend nicken, wenn man vorfährt.

Oder in anderen Worten: Die Menschheit ist vollkommen darauf konditioniert, eine Sache gesellschaftlich für schick und erstrebenswert zu halten – anstatt mal selbst eine Entscheidung zu treffen.

Der Grinch in mir

Dass ich mir ein Auto leihe, das mich schlicht von A nach B bringt und dann während meiner langen Reisen nicht in der Garage sein Dasein fristet, ist für mich nicht nur eine bewusste Entscheidung. Es ist geradezu eine geistige Freiheit. Denn ich habe mich schon lange freigemacht von gesellschaftlichen Konventionen. Oder Fiktionen, wie ich sie gerne nenne.

Denn nur weil viele Menschen einem Trend oder einer tollen Idee hinterherrennen, fällt meine Entscheidung noch lange nicht auf diese. Beispiel gefällig? Ich hasse Weihnachtsmärkte. Vergangenes Jahr war ich wieder auf keinem einzigen. Weil ich eine Frostbeule bin, weil es mich nicht reizt, mir in Bommelmütze und Handschuhen einen Liter Glühwein reinzutanken und auf dem Heimweg eine fettige Bratwurst zu essen.

Für diese Meinung werde ich dann komisch angeguckt, denn sie passt nicht ins gesellschaftliche Bild. Sie macht mich zum Nerd. Und alle Welt erwartet, dass ich eher auf den Weihnachtsmarktzug oder die Autowelle aufspringen würde, als meine Entscheidung gegen diesen Firlefanz zu leben. Tja, ich bin halt lieber ein entschiedener Außenseiter als ein halb erfrorener Mitläufer.

Das ist es mir wert

Fürs neue Jahr wünsche ich mir, dass mehr Menschen eine Entscheidung treffen. Wer sie sein wollen zum Beispiel. Und was ihnen wichtig ist. Dann muss nach dem 1er-BMW nämlich nicht unbedingt der 3er kommen, sondern vielleicht ein Fahrrad. Oder ein Privatjet.

Mir geht’s nicht darum, dass ihr zu Hippies oder Ökos verkommt. Es zählt, dass ihr nach eurer Entscheidung lebt und konsumiert. Ich habe mir zum Beispiel vor Kurzem ein paar geniale – und gleichermaßen echt teure – Winterschuhe gekauft. Wenn ihr jetzt mit mir darüber diskutiert, ob ein Paar schwarze Schuhe so viel Geld wert ist, dann habt ihr’s nicht verstanden. Ich habe eine bewusste Entscheidung für diese Schuhe getroffen, damit ich alte Frostbeule keine kalten Füße bekomme. Und dann sind sie mir persönlich das Geld wert.

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