DER BÄR IN MIR

Nichtstun, Winterschlaf, Erfolg, Geld, Winter

DER BÄR IN MIR

Kalt. Nass. Grau. Oder wie definiert ihr den Winter?

Diese ungemütliche Jahreszeit, die meinem normalen Rhythmus ein Bein stellt und in der ich somit für nichts mehr zu gebrauchen bin.

Kein Wunder also, dass ich mir schon seit meiner Kindheit wünsche, während der Winterzeit ein Bär zu sein. Nicht nur, weil ich mir dann zuvor ohne schlechtes Gewissen einen fetten Pelz beim Italiener anfressen dürfte. Ich könnte auch einen Winterschlaf halten. Und eines kann ich euch versprechen: Danach wäre ich garantiert noch erfolgreicher. Denn darin liegt mein geheimes Erfolgsrezept …

Ich liebe das Nichtstun

Auch wenn manche jetzt sicherlich ihre Augen verdrehen, weil der Kopp wohl noch nicht begriffen hat, dass der Winter uns längst nicht mehr von Produktivität abhalten kann – dem werten Herrn Thomas Alva Edison und seinem elektrischen Licht zu verdanken. Denn seitdem können wir auch nachts im Supermarkt einkaufen gehen, nach Einbruch der Dunkelheit im Büro hocken und auch sonst alles Mögliche tun.

Doch wisst ihr was? DAS WILL ICH GAR NICHT. Ich will im Winter das tun, wofür er eigentlich auch da ist – bevor die Glühbirne unseren natürlichen Zyklus zerstört hat. Nämlich einen Gang runterschalten, es genießen, dass der Tag kürzer ist und endlich mal nichts tun.

Seid kein Zombie

Denn ich bin der Überzeugung: In der stillen Zeit könnt ihr Kreativität erzeugen, wenn ihr einfach mal frei seid und den eigenen Gedanken nachhängt. Für mich ein Traum!

Für viele andere jedoch ein wahrer Albtraum. Schließlich empfinden viele Menschen dieses Nichtstun als unangenehm und „beschäftigen“ sich stattdessen lieber mit Schwachsinn. Wie beispielsweise nonstop aufs Handy gaffen. Das ist schlimm! Hat eure Mutter euch damals nicht gemaßregelt, wenn ihr aus dem Fenster gestarrt habt: „Patsch nicht auf der Scheibe rum, mit deinen dreckigen Fingern!“ Und wie viel ist davon hängengeblieben? Nichts, wenn ich die ganzen zombieartigen Menschen sehe, die ohne Pause auf die Scheibe ihrer Smartphones tatschen. Ein Jammer, denn dabei geht so unglaublich viel Potenzial verloren.

Und das sehe ausnahmsweise nicht nur ich so. Es ist erwiesen, dass Menschen erst dann an ihre kreative Schaffenskraft rankommen, wenn ihnen langweilig ist. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. Ich nutze beispielsweise die Zeit voller „Langeweile“, um darüber nachzudenken, wie mein Leben anders aussehen könnte, wie es besser aussehen könnte. Ich stelle infrage, was ich gerade mache, und das gibt mir immer den Mut, so zu sein, wie ich eben bin bzw. sein will. Nämlich in manchen Augen vielleicht „unangepasst“.

Bewusst glotzen

Und genau deshalb gehöre ich auch nicht mehr zu diesen handytippenden Zombiemenschen, wie das früher der Fall war. Ich hatte gemerkt, dass ich unzählige Stunden damit verbracht habe, aufs Smartphone oder wahlweise das Tablet zu glotzen. Dann habe ich vor zwei bis drei Jahren begonnen, mich zum Nichtstun zu zwingen. Also nehme ich mein Handy nicht mehr ins Restaurant oder Café mit. Ich wehre mich dagegen, an jedem schwachsinnigen Chat teilzunehmen, und sage mir bewusst: „Nein, jetzt kein Handy. Jetzt gibt’s bewusst einen Kaffee.“ Und dann schaue ich eben den Mädels und Jungs im Blumenladen gegenüber zu.

Das gibt mir viel mehr als das angestrengte Irgendwasgetue. Und seien wir mal ehrlich: Es gibt doch sicher schlimmere Dinge auf der Welt, als sich wie ein Bär ins Bett einzukuscheln, nichts zu tun und dabei kreativ zu werden. 😉

1Kommentar
  • Sobi
    Geschrieben um 07:45h, 20 Oktober Antworten

    Jedes Mal, wenn ein Kind auf sein Smartphone starrt, stirbt auf einem Baum ein Abenteuer. Lieben Gruß Sobi

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