Immer drauf aufs Arbeitstier

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Immer drauf aufs Arbeitstier

Es steht mir bis zum Hals. Die alte Leier bei der Arbeit. Sei es von den Kollegen oder Vorgesetzten.

Für gute Ergebnisse müsst ihr euch abmühen.

Ihr müsst euch richtig reinknien, Überstunden machen, Wochenenden am Schreibtisch einlegen. Und die Familie oder das Privatleben – ja, die müssen dann eben mal zurückstecken. Na, vielen Dank.

Das gehört so

Da schwingt eine urdeutsche Mentalität mit: Wer nicht leidet, liefert nicht. Kein Wunder also, dass ihr von Montag bis Freitag, von 7 bis 19 Uhr so richtig ranklotzt! Arbeit ist ja nun mal auch Stress. Hier müsst ihr die Deadline einhalten, da das Projekt noch abschließen und euer normales Tagesgeschäft darf natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Wenn ihr also so richtig unter Druck steht – so die landläufige Meinung der Chefs und Mitarbeiter – , dann strengt ihr euch an. Und zwar wirklich erst dann. Dann gebt ihr 100 Prozent im Job.

Und nicht mal nur da: Das ganze Leben ist doch eine einzige Plackerei – in Richtung Beförderung, in Richtung Eigenheim, in Richtung Rente. Erst wenn ihr dabei so richtig malocht, steht am Ende ein gutes Ergebnis, könnte man meinen. Das gehört sich so.

Tja, dann haltet euch mal ran. Ich lehne mich lieber noch eine Runde zurück.

Aber, aber, aber …

Denn sich abzumühen und zu plagen, hat für mich noch lange nichts mit einem guten Ergebnis zu tun. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen: Gut wird’s, wenn ich Freude dran habe. Ob nun im Job oder privat.

Denn die Menschheit hat offensichtlich eines vergessen: Dinge, die wir gut können, wuppen wir mit links. Sie gehen uns leicht von der Hand, sie sind schnell gut erledigt und gute Laune haben wir dabei obendrein noch.

Ja, wenn das Wörtchen „aber“ nicht wäre. Ich höre es jetzt schon wieder aus allen Richtungen: „Aber wenn ich in Nullkommanichts fertig bin, wird das Ergebnis doch niemals als wertig angesehen! Dann kommen die Kollegen gleich wieder und meinen, ich hätte mir keine Mühe gegeben.“

Denn der altbekannte Tonus lautet: Das Ergebnis kann ja nur gut sein, wenn es Kraft und Zeit gekostet hat. Warum sonst wäre es so hip, wenn die Mitarbeiter vor dem Chef kommen und nach dem Chef gehen? Das Wort „Talent“ haben dabei viele wohl schon aus ihrem Wortschatz gestrichen.

Der Weg ist das Ziel

Nichts anderes ist es schließlich, wenn euch eine Arbeit oder Aufgabe leicht von der Hand geht. Ich meine deshalb: Darauf müssten wir uns konzentrieren. Auf die Sachen, die wir gut können. Denn dann steht am Ende ein gelöstes Problem, ein abgeschlossenes Projekt, eine erfolgreiche Woche – und das ohne Plackerei.

Mit dem Fokus auf euren Talenten hat sogar „Thank God it’s Friday!“ ausgedient. Wenn das kein Versprechen ist!

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