EIN JAHRESABSCHLUSSGESPRÄCH IST PURE ZEITVERSCHWENDUNG

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EIN JAHRESABSCHLUSSGESPRÄCH IST PURE ZEITVERSCHWENDUNG

Heimlich linst sie ums Eck, späht über jede Schulter ihrer Mitarbeiter und notiert sich alles fein säuberlich auf ihrem kleinen Notizblock – ja, ja, wenn bei einer Führungskraft die Jahresabschlussgespräche anstehen, dann geht sie los, die Jagd nach Informationen.

Kann ich, der selbst Unternehmer und Führungskraft ist, überhaupt nicht nachvollziehen. Denn ich habe keinen Bock auf unsinnige Momentaufnahmen!

Riesengroßer Bullshit!

„Aber das ist doch so unglaublich wichtig, sich einmal im Jahr so richtig auszutauschen!“ Blabla … Bullshit! Denn sorry, kurz vor knapp einen Aufriss zu machen und dabei die letzten zwölf Monate komplett zu vergessen, ist für mich keine Option. Schließlich sind solche Jahresabschlussgespräche unter diesen Voraussetzungen vor allem eines: extrem schlecht geführt. Und dadurch fühlt sich wiederum der Mitarbeiter ungesehen und missverstanden, statt genau das Gegenteil zu bewirken.

Ihr merkt, was ich sagen will: Jahresabschlussgespräche sind meiner Meinung nach eine Verschwendung an Papier und Zeit, denn sie bringen überhaupt nichts. Wenn ihr euch das ganze Jahr über nicht mit euren Mitarbeitern unterhaltet, dann spart euch das auch zum Jahresende.

Jahresabschlussgespräch? Ich bin doch nicht taubstumm!

Doch genau bei diesem Aspekt sehen viele Führungskräfte für sich das größte Problem. Sie glauben, dass sie einfach keine Zeit mehr für zusätzliche Gespräche haben. Klar, ich würde halt noch mehr nur über digitale Medien kommunizieren. Statt sich Face-to-Face zu unterhalten, schreibt ihr nur noch per Mail miteinander und „persönliche Dinge“ klärt ihr nebenher über WhatsApp. Und betäubt euch mit diesem ewigen Auf-den-Computer-Gestarre.

Kein Wunder also, dass ihr als Führungskraft dann Probleme in solchen Jahresabschlussgesprächen habt. Denn ihr wisst ja gar nicht mehr, was ihr mit dem jeweiligen Mitarbeiter sprechen sollt.

Deshalb bin ich der Überzeugung, ihr solltet einfach mal wieder aus dem Chefbüro gehen und wirklich beobachten, was um euch herum passiert – und das nicht erst zwei Tage vor dem Jahresabschlussgespräch.

Eine gute Führungskraft – das ganze Jahr

Klar weiß ich, dass bei vielen von euch unangenehme Gremien im Rücken sitzen, die auf gar keinen Fall auf Jahresabschlussgespräche verzichten möchten – keine Frage. Aber dann ist es doch die beste Variante, das Ding in fünfzehn Minuten durchzurocken und abzuhaken. Und als das sehen, was sie sind: unnütz.

Ich nutze lieber das ganze Jahr über jede Gelegenheit ein Feedbackgespräch zu führen. Wenn ich als Vorgesetzter ständig mit meinen Mitarbeitern im Gespräch bin, kenne ich deren Potenziale und Schwächen. Ich kann schon das ganze Jahr über ihre Talente passend einsetzen oder mich eben frühzeitig friedlich von ihnen trennen, wenn es mal nicht passt. Damit tue ich uns beiden einen Gefallen, wenn ich nicht erst am Jahresende komme.

Und mal unter uns: Dann braucht auch niemand mehr Richtung Jahresabschlussgespräch die Hosen voll haben, weil niemand weiß, was auf sie zukommt – egal, ob Mitarbeiter oder Führungskraft.

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